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Portrait

Der Männerchor Buchs ist ein politisch und konfessionell neutraler Verein. Er ist eine Sektion des Chorverbands Aargau-Südwest (CASW) und durch diesen Kollektivmitglied des Aargauischen Kan-tonalgesangvereins (AKG) und der Schweizerischen Chorvereini-gung (SCV). Der Männerchor Buchs bezweckt die Pflege des Chor-gesanges und der Geselligkeit. Zur Erreichung dieser Ziele führt er Konzerte durch, nimmt an Gesangfesten teil und führt Veranstal-tungen geselliger Natur durch. Unser Repertoire umfasst praktisch alle Sparten des Gesangs. Die Liederauswahl wird durch die ge-wählte Liederkommission in Zusammenarbeit mit dem Dirigenten vorgenommen. Die geselligen Aktivitäten und Auftritte während des Jahres werden jeweils an der Generalverammlung, nach Vor-schlag des Vorstandes, demokratisch bestimmt. Der Männerchor Buchs besteht seit 1843 und ist der älteste Dorfverein. Zurzeit sind wir 29 Aktive zwischen 53 und 82 Jahren. Seit 1998 sind Toni Niedermann Präsident und Daniel Willi Dirigent.

V o r s t e l l u n g C h o r

G e s c h i c h t e

In dieser Festschrift ist das Hauptgewicht der Ausführungen nicht auf die 150-jährige Vereinstätigkeit gemäss idealem Zweckartikel der Vereinsstatuten gerichtet, also nicht nur auf musikalische und anderweitige kulturelle Höhepunkte sowie auf Mitgliederstatistik und Aufzählung gewichtiger vereinsinterner Geschehnisse. Der Verfasser des vorliegenden Kapitels kam nämlich beim Sichten der äusserst spärlichen Quellen zur Erkenntnis, dass sich der Verein neben seiner Gesangstätigkeit noch manch anderen Bereichen des Dorflebens verpflichtet fühlte. Unsere heutigen älteren Mitglieder wissen noch zu erzählen, dass zur Zeit ihres Eintritts der Männerchor im Dorfleben besonderes Ansehen hatte; die schriftlichen Quellen machen deutlich, dass der Verein seit seiner Gründungszeit während Jahrzehnten die bestimmende und prägende Instanz im Dorfe war.Der Grundstein für die Männerchöre überhaupt wurde im ersten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts gelegt. Dank der regen Tätigkeit des Zürcher Komponisten Hans Georg Nägeli und des Lenzburger Musiklehrers Michael Traugott Pfeiffer, die zusammen eine spezielle Anleitung zum Chorgesang für Dirigenten herausgaben, entstanden bald die ersten Männerchöre. Für die Weitergabe des Liedgutes und die Ausbildung einer Gesangskultur zeichneten im wesentlichen die Lehrer der Volksschule verantwortlich. Durch ihre gesangsmusikalische Ausbildung in den Seminarien waren sie befähigt, das neue Liedgut im Sinne der Komponisten in den nun aufblühenden Chören umzusetzen. Ermuntert und angeregt durch Nägelis erste Liederbücher für Männerchor, vereinigten sich die Volksschullehrer anfänglich in kleinen Kreisen, wo Chorleitung und Gesangstechnik gepflegt und verfeinert wurden. Alsbald formten sich unter ihrer Leitung in allen Regionen und Talschaften selbständige Abkömmlinge dieser Zirkel. So wird erklärbar, dass keine zwanzig Jahre nach der Gründung des Aargauischen Kantonalen Gesangvereins jeweils bemerkenswerte Teilnehmerzahlen an den Kantonalen registriert wurden: Aarau begrüsste 1842 gute 1'500 Sänger, und 1845 meldeten sich fürs Kantonale in Lenzburg 55 Vereine an. Der Anfang des letzten Jahrhunderts war nicht nur für unser Land eine politisch unruhige Zeit. Europa war im Umbruch und versuchte, sich neu zu ordnen. In unserem alten Staatenbund fällt denn auch die Gründung von bedeutenden Vereinen nicht zufällig in die Zeit der Restauration und Regeneration: Politische Parteien gab es da noch keine, und irgendwie versuchte das Bürgertum, sich als Widerpart zur Obrigkeit politische Mitsprache zu verschaffen. Der Verein wurde nun zum Forum für politische Aktivitäten, Diskussionen und Meinungsbildung, das jedem offenstand und wo jeder sich betätigen konnte: je nach Interessenlage im Kreis der Schützen, Turner oder Sänger. So fallen in diese Zeit bedeutende Vereinsgründungen:1824 der Eidgenössische Schützenverband, 1832 der Eidgenössische Turnerverband und 1842 der Eidgenössische Sängerverein; übrigens alle mit Aarau als Gründungsort. Bis 1848 besassen praktisch alle eidgenössischen und kantonalen Veranstaltungen dieser Vereine auch eine politische Dimension; da war neben dem vereinsidealistisch motivierten Auftritt selbstverständlich auch für jedermann die Erlaubnis des freien Wortes auf der Rednertribüne gegeben. Es macht einige Mühe, das stolze Alter des Buchser Männerchores genau zu belegen, ist er doch nicht in der Lage, seinen Anfang in einem Gründungsprotokoll oder einem gleichwertigen Dokument auszuweisen. Max Byland nennt in seiner Buchser Dorfgeschichte 1847 als Gründungsjahr des Männerchores; auf dieser Annahme gründet unsere Jubiläumsfeier. Schriften aus dem Archiv des Aargauischen Kantonalen Gesangsvereins führen den Männerchor Buchs bereits 1845 als Teilnehmer am Kantonalgesangsfest in Lenzburg auf, und an gleicher Quelle stossen wir auf ein Protokoll der Abgeordnetenversammlung in Aarau von 1844, an welcher Buchs zusammen mit 16 weiteren Bewerbern, in den "Gesamtverein der aargauischen Männerchöre" aufgenommen wurde. Es ist naheliegend, die Vereinsgründung ein Jahr vor dem Schritt in den Kantonalverbund zu vermuten, so dass schliesslich mit einiger Sicherheit das Geburtsjahr des Buchser Männerchors auf das Jahr 1843 gelegt werden darf.Sänger, so dass der Chor an der Schulhauseinweihung 1873 beinahe 30 Mitglieder zählte. In dieser auf Zusehen hin geschaffenen Vereinigung wurzelt der heutige Buchser Männerchor. Wie erwähnt, fehlen aus der Gründungszeit sämtliche dokumentarischen Belege, die uns Aufschluss geben könnten über Statuten, besonders über ihren Zweckartikel und die gesellschaftlichen Aspekte, die damals an eine Vereinsmitgliedschaft geknüpft waren. Aus entsprechenden Dokumenten anderer Vereine ist ersichtlich, dass der Vereinsbetrieb bis in kleine Einzelheiten geregelt war, dass unter anderem unbotmässiges Verhalten an Gesangsübungen geahndet wurde und Schwänzen von Proben mit Bussen belegt war. Wenn hier von anderen Vereinen die Rede ist, so ist damit ein Blick in die Buchser Nachbarschaft gemeint: Zum Männerchor Aarau (gegr. 1840), zu den Männerchören von Unter- und Oberentfelden, Gränichen und Rohr (gegr. 1842) und zum Männerchor Suhr (gegr. 1845). Aus der" Gedenkschrift des Männerchores Suhr 1845-1945" erfährt man, dass dieser Verein schon 1850 von Existenznöten geplagt war und daher den Versuch wagte, "den Männerchor Buchs" einzuladen, sich mit dem hiesigen Chore zu vereinigen, um dann mit vereinten Kräften den Gesang fortzusetzen. Man fand aber in Buchs kein Gehör ..." Der 1872 neugegründete Verein wurde getragen von hohem idealem Schwung und starkem Gefühl der Zusammengehörigkeit. Man beschränkte sich nicht allein auf die Pflege des Gesangs und der damit einhergehenden Geselligkeit; auch Bildung in allgemeiner und politischer Richtung wurde zur Vereinsangelegenheit. Dieser Aufgabe widmeten sich mit besonderer Hingabe diese drei Dorfgrössen: Heinrich Wehrli, Dirigent Bossart und der langjährige Präsident Hyronimus Lienhard. Aus dieser Zeit erzählt uns der Jubiläumsbericht 1922: "In Sitzungen, die weit häufiger stattfanden als heute, referierte entweder Herr Wehrli oder Herr Bossart über die verschiedensten Themen, bald geographischer, bald auch naturwissenschaftlicher oder volkswirtschaftlicher Natur. Stand eine eidgenössische oder kantonale Abstimmung vor der Tür, so wurde sie im Schosse des Vereins erläutert und besprochen. Die Protokolle erzählen uns von Besprechungen über die Gotthardkonvention, die Abschaffung der Todesstrafe, die Erbschafts- und Schenkungssteuer und anderem mehr. Besondere Aufmerksamkeit schenkte der Verein den Dorfangelegenheiten. Es bestand damals weder ein Einwohnerverein noch eine politische Partei, und da war es naheliegend, dass der rührige und aufgeweckte Männerchor sich mit diesen Angelegenheiten befasste. Zahlreiche Anregungen sind aus seiner Mitte hervorgegangen und wurden unter seinem Drucke verwirklicht. Als Beispiele seien die Einführung der Strassenbeleuchtung (Petroleumbeleuchtung!) und die Wasserversorgung erwähnt. Das schönste Denkmal aber, das sich unser Verein in der damaligen Zeit setzte, war die Gründung der hiesigen Krankenkasse. Während manchen Sitzungen wurde dieses Thema besprochen und erwogen.Die Begeisterung hiefür war so gross, dass sogar Anträge fielen, man möchte das für eine Gotthardreise zusammengesparte Geld von einigen hundert Franken seinem eigentlichen Zweck entziehen und es der Krankenkasse als Stammkapital zuführen. Als die Statuten im Verein durchberaten und bereinigt waren, trat man an die Öffentlichkeit und legte in einer konstituierenden Versammlung den Grundstein zu dieser wohltätigen Institution". Auch in der Not stand man sich mit Rat und Tat bei. In verschiedenen Fällen übernahmen Vereinsmitglieder die Nachtwache am Krankenlager von Mitsängern, und sie besorgten ihnen, wenn nötig, die Feldarbeiten und waren überhaupt bemüht, Leid zu mildern. Eines Sommers lag ein Mitglied an Nervenfieber schwer darnieder, während sein Jüngstgeborener in der Wiege der Taufe harrte. Der Männerchor nahm sich nicht nur des Vaters an, er sorgte auch für den Kleinen; er übernahm für ihn die Götti-Aufgabe und liess ihn, da sich der ganze Vorgang im Monat August abspielte, "August" taufen. An Patenstelle trat danach im Namen des Vereins Herr Wehrli und als Patin stand ihm Anna Bächli, die spätere Gattin des Dirigenten, bei.Es fällt heutigen Betrachtern der früheren Vereinsgeschichte auf, dass sich ein Vereinsleben aus dem Verständnis jener Zeit nicht nur auf vereinsideelle Ziele beschränkte, sondern dass das Vereinsleben vielmehr auch im Innern verband, Kräfte und Energien freimachte und das Füreinander und Miteinander im dörflichen Leben förderte. Neben dieser volksbildenden, politischen und philantropischen Betätigung pflegte der Chor natürlich auch den Gesang. Die wöchentlichen Proben, winters beim Scheine einer stinkenden Petrollampe, wurden über lange Jahre geleitet von ortsansässigen Lehrern. Die Dirigenten bezogen kaum eine Besoldung, sie begnügten sich mit einem Neujahrsgeschenk im Wert von etwa 30 Franken. In Ermangelung eines Klaviers mussten die Lieder mit einer Violine eingeübt werden. Das Liedgut gehörte vorwiegend in die Kategorie des leichten Volksgesangs; das Repertoire von 1875 enthielt verschiedene auch heute noch bekannte Lieder wie "Es blies ein Jäger wohl in sein Horn", "Hab' oft im Kreise der Lieben" und "Nun bricht aus allen Zweigen".Der Männerchor ging stets gerne auf Reisen; so ist die Rede von grösseren Alpentouren und einer Reihe von kleineren Ausflügen, und streng hielt man darauf, dass die jährlichen Blust- und Sauserbummel durchgeführt wurden. Die Kasse, die weiter keine Ausgaben von Bedeutung zu bestreiten hatte, leistete stets namhafte Beiträge. Im Jahre 1888 trat der langjährige Dirigent Bossart infolge Differenzen mit dem Chor zurück, worauf der Verein seine Gesangstätigkeit für drei Jahre einstellen musste. Eine dreiköpfige Kommission übernahm die Vermögensverwaltung und wurde anlässlich jeder Generalversammlung neu bestellt. Man versuchte es inzwischen auch mit einem Gemischten Chor, in welchem die meisten Männerchormitglieder mitwirkten. Diese Variante hatte aber nur kurzen Bestand und ging schon im Jahre 1890 ein. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass die bevorstehende Feier für das 600-jährige Bestehen der Eidgenossenschaft den Anstoss zu einer Wiederbelebung des Chores gab. In der folgenden Phase des erfreulichen Aufschwungs unterzog man die Statuten einer Totalrevision, wobei der Beiname "Concordia" wegfiel. 1895 entschloss man sich zum Beitritt in den Suhren- und Wynentaler-Sängerverband, doch erst drei Jahre später rang sich der Chor zur ersten Teilnahme am Sängertag durch. Durch den unerwarteten Erfolg angeregt, bewarben sich die Buchser für das Gesangsfest von 1899. Der Verband schlug seinem jungen Mitglied die Bewerbung nicht aus und ernannte Buchs zum nächsten Festort. Die Lokalfrage verursachte viel Kopfzerbrechen, denn in Buchs stand zu dieser Zeit noch keine Turnhalle (die alte Turnhalle wurde 1901 erbaut). Unterhalb der oberen Fabrik richtete man das Heumagazin (Fabrikscheune genannt) ein, welches nicht nur als Festhütte, sondern auch als Konzertraum seine Tauglichkeit beweisen musste. Das Fest wurde von 16 Vereinen besucht, und es habe trotz des schlechten Wetters einen "sehr guten Verlauf" genommen. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts waren dem Chor an Wettgesängen nur mässige Erfolge beschieden. Eine Reminiszenz aus 1905: Kurz vor dem Fest in Menziken eröffnete der Dirigent dem Chor, das gewählte Lied sei zu schwer. Der Verein liess sich aber von seinem Vorhaben, am Wettkampf teilzunehmen, nicht abbringen, worauf der Dirigent zurücktrat. Er wurde sofort durch einen anderen ersetzt, unter dessen Leitung dann auch wirklich das Fiasko eintrat. Die Buchser wiesen den ihnen zugedachten Eichenkranz zurück, waren frustriert und traten in der Folge aus dem Gauverband aus. Um die Jahrhundertwende entstanden in Buchs verschiedene öffentliche Bauten, die von Einfluss auf die Tätigkeit des Männerchores waren. Vorerst wurde 1898 der Theatersaal in der Brauerei eingeweiht. Dies hatte zur Folge, dass an Vereinsabenden allmählich mehr Gewicht auf den theatralischen Teil gelegt wurde. Namentlich in der Anfangszeit des Brauereisaales war eine rege dramatische Aktivität zu verzeichnen, und es sei einige Male vorgekommen, dass die Darbietungen den Rahmen einer gewöhnlichen Abendunterhaltung überschritten. Nach dem Theatersaal erhielt die Gemeinde 1901 eine Turnhalle, die den Vereinen allgemein als Veranstaltungs- und Konzertsaal diente, bis 1986 der neue Gemeindesaal in Betrieb genommen werden konnte. Schliesslich sei noch das 1907 eingeweihte Schulhaus (jetziges Gemeindehaus) erwähnt, in dessen hellen und geräumigen Singsaal der Männerchor nun seine Proben verlegte. Laut "Jubiläumsbericht 1922" darf die Zeit von 1912 bis 1922 als Glanzperiode des Männerchores bezeichnet werden. Der Verein stand unter der Leitung von Herrn Locher aus Aarau, eines tüchtigen und begabten Dirigenten, der mit dem Chor das erreichte, was in den Statuten ,als Ideal postuliert war. Der Verein nahm unter den Chören des Kantons eine ehrenhafte Stellung ein, sowohl hinsichtlich der Wettkämpfe als auch seiner Tätigkeit zu Hause. An Stelle der gesanglich-theatralischen Veranstaltungen von früher sehen wir ausschliesslich musikalische Darbietungen treten, und durch Zuzug von auswärtigen Solisten und mit instrumentalen Einlagen gewannen die Vorführungen zusätzlich an Attraktivität. Dirigent Locher soll auch jederzeit mit seinem schönen Bariton als Solist zur Verfügung gestanden haben. In den meisten Jahreskonzerten half auch der Töchterchor mit, sowohl als eigenständiger Chor als auch in Verbindung mit den Männern im Gemischten Chor. Weiter ist auch die Mitwirkung der Musikgesellschaft und des neugegründeten Orchestervereins Buchs-Suhr zu erwähnen. Mit wachsender Selbstsicherheit wagte man sich nun über die Gaugrenzen hinaus, um sich dort stärkerer Konkurrenz zu stellen. Als Gastverein aus der Deutschschweiz platzierte sich Buchs 1913 in Montreux auf dem 4. Rang, im darauffolgenden Jahr kehrten unsere Sänger vom Kantonalen in Laufenburg gar mit dem ersten Lorbeer bekränzt nach Hause. Dann brach der unheilvolle 1. Weltkrieg über Europa herein und setzte der Sangestätigkeit ein abruptes Ende. Erst als ein Teil der Armee demobilisierte, konnte wieder an ein zumindest reduziertes Vereinsleben gedacht werden, doch wirkten sich die stetigen Neumobilisationen hinderlich aus. Nach der Weltkriegsmisere, die landesweit das kulturelle Geschehen lähmte, brauchte es einige Zeit, um das Wirken der Kulturträger auf Gemeinde-, Bezirks- und Kantonsebene wieder in Schwung zu bringen. Der Buchser Männerchor vermochte auch gleich dort anzuknüpfen, wo er zu Beginn des Krieges aus dem Tritt geworfen wurde. Mit einer ausgezeichneten Leistung am ersten Nachkriegs-Kantonalen von 1923 in Zurzach setzte er die Serie der guten Erfolge fort. Geht man den Jahresberichten der Vereinspräsidenten nach, stellt man im Grossen und Ganzen stereotypes Ablaufen der Vereinsjahre fest: Traditionelle Einzelheiten wechseln mit wiederkehrenden Ereignissen, die mit organisatorischer Routine gemeistert werden, und selten nur fällt etwas aus dem gewohnten Rahmen. Die präsidialen Rückschauen unterscheiden sich indessen in Charakter und Stil ihrer Verfasser, und da wird auch vieles zwischen den Zeilen gesagt, auf Negatives hingewiesen, indirekt der Drohfinger erhoben. Aufschlussreich sind die Schilderungen bezüglich Ablauf der damaligen Vereinsauftritte, und wir Heutigen sind beinahe irritiert vom Pathos, der solchen Geschehnissen eigen war. So 1923: "Am Auffahrtstage harrte uns schon wieder ein Kampf, nämlich in HunzenschwiL Unter Begleitung der Harmoniemusik Buchs und einiger Sängerfreunde gings im Takte dem Buchwäldli zu, voraus unser Kassier mit dem Banner." Der Heimweg nach geschlagener Schlacht soll dem Vernehmen nach nicht mehr in hehrer Einigkeit erfolgt sein: " ... nur noch wenige sind dem Fähnlein gefolgt; die nahe Distanz mochte vielen das Bewusstsein gestärkt haben: I finde de Wäg scho elei hei." Eine Erscheinung, die sich zwar in unterschiedlichen Graden, aber durch beinahe alle Vereinsepochen zieht, die teils als "Katastrophe" und teils als "existenzbedrohend" empfunden wurde, waren die unvermeidlichen und wohl zeitbedingten Schwankungen in den Mitgliederbeständen. Man sah darin "Interesselosigkeit und Gleichgültigkeit den Vereins-idealen gegenüber" und was der alarmierenden Umschreibungen des Umstandes noch weitere waren. Im Jahresbericht 1928/29 redet Präsident Richner den Seinen ins Gewissen, der Verein gleiche einem Boot, das die Segel halb eingezogen habe. Jeder soll sich prüfen, wohin er gehöre und was er sei, ob Teil der "zähen Mannschaft, ein Passagier oder ein Zuschauer am Strand unter den Kranken!". Eindrückliche Worte. Die Nachlässigen wurden aufgerufen, sich neu auf die Ideale zu besinnen, in Werbeaktionen gelangte man "per Circular an sangeslustige & sangeskundige Jünglinge & Männer, um sie zum Chorbeitritte einzuladen" . . . "Gegen alles Erwarten war der Ertrag überraschend: 12 neue Active und 14 neue Passive.". Andere Kampagnen verliefen weniger "ertragreich", und der Chronist verfällt in ein resignierendes Philosophieren und glaubt, das Desinteresse eben im momentanen Zeitgeist ausmachen zu können. 1923 sollte eine eigens mit Traktandum "Neubelebung der Vereinstätigkeit" einberufene Versammlung dem erlahmenden Chorleben neue Impulse geben, und 1935/36 griff man nachgerade zu einer Radikalmassnahme: Nach jeder Probe wurde an zwei bis drei Plätzen im Dorf ein Ständchen geboten, "gegen das Murren und Aufmüpfen der Jassfreunde im Chor". 1911 zählte der Chor 37 Aktive, kam 1926 auf 44 und verzeichnete 10 Jahre später 54 aktive Sänger; aber das war schon unter der Stabführung von Willy Hauenstein. Von Dirigent Locher war bereits die Rede; er leitete den Chor 15 Jahre lang und brachte ihn zu einem hohen Ansehen. Seine Nachfolge trat 1926 Direktor Läubin an, und bald stossen wir auf den Namen Willy Hauenstein, der als junger Dorflehrer den Chor schon 1928 anlässlich der Bundesfeier leitete. 1935 demissionierte Direktor Läubin, und "Vice-Direktor Hauenstein rettete den verwaisten Sängerchor" 1936 mit der Übernahme des Taktstockes. Hiermit setzt die Aera Hauenstein ein. Dirigent Willy Hauenstein leitete den Buchser Männerchor während 25 Jahren und drückte ihm seinen persönlichen, unverkennbaren Stempel auf. An den Chor wie auch an sich selbst als Leiter stellte er höchste Ansprüche; von den Sängern verlangte er oft ein Niveau, das über der Leistungsfähigkeit eines durchschnittlichen Laienchores lag. Mit steigendem Erfolg wuchs der Mitgliederbestand, und manch einer musste resigniert den Austritt geben, da er den hochgeschraubten Erwartungen nicht zu genügen glaubte. Als Frucht dieser zielstrebigen Arbeit verzeichnete der Männerchor einen Achtungserfolg nach dem andern; Teilnahme in der zweitobersten Kategorie III und Rückkehr mit Gold an der Fahne entsprachen allmählich der durchschnittlichen Erwartungshaltung. Über das Vereinsleben während des Zweiten Weltkrieges sind kaum aussagekräftige Belege vorhanden; es ist anzunehmen, dass durch die dramatischen Geschehnisse dieser Epoche wiederum einschneidende Zäsuren entstanden und das kulturelle Leben allgemein zum Erliegen brachten. In den Nachkriegsjahren wurde gezielt wiederaufgebaut, und Ende der 50-er erreichte der Männerchor jenen legendären Glanz, den heutige Senioren die damaligen Junioren noch mit tränenfeuchten Augen besingen. Ab 1955 bis 1962 stieg die Zahl der aktiven Sänger auf 80 und darüber, mit einem Höchststand von 86 im Jahre 1961. Dabei war das Register des 1. Tenors stets am besten dotiert, mit gegen 25 Stimmen. 1960 war für den Chor ein besonders anforderungsreiches Jahr: Man hatte sich für das Eidgenössische in Genf entschieden und im weitern auch für die Mitgestaltung der 150-Jahr-Feier zum Bestehen der Gemeinde Buchs. Genf wurde für alle Beteiligten zu einem einmaligen Erlebnis, trotz aller kleinmütigen Befürchtungen und Einwände im Vorfeld, und die Jubiläumsfeier zur 150-jährigen politischen Eigenständigkeit unseres Dorfes brachte ein hohes Mass an Kreativität und Leistungswille unserer Kulturträger hervor. 1961 trat Willy Hauenstein zurück, und seine Stelle nahm Harro Basler ein, der noch manche Jahre seine 70 bis 80 Sänger vor sich hatte und mit ihnen ehrenwerte Erfolge errang. Darauf folgte eine Phase der Stagnation und des Niedergangs, was sich unverkennbar in der Zahl der Aktiven von 30 und weniger widerspiegelt. Ab 1983 ist eine Erholung zu beobachten; man hat sich einerseits den gesellschaftlichen Bedürfnissen bezüglich Freiheit und Bindung zu stellen, anderseits zu Überlegen, ob das derzeitige Repertoire noch zeitgerecht, noch gefragt ist. Zeitgenössischen Vereinsverantwortlichen warten keine leichten Aufgaben. Heute präsentiert sich der Buchser Männerchor in aufsteigender Form. Mit seinen 40 Aktiven, dem Berufsmusiker Christian Leemann als Dirigent und einer initiativen, tatkräftigen Vereinsleitung unter Präsident Martin Wildi ist es möglich, die anstehenden Fragen zu beantworten und weiterzuschreiten in eine sichere und solide Zukunft. Buchs, im Sommer 1997 J. Albisser

P r ä s i d e n t

D i r i g e n t

Anton Niedermann Geboren in St. Gallen und aufgewachsen im Zürcher Oberland. Absolvierte eine Lehre als Betriebsdisponent bei der SBB. 1979 wechselte er zur damaligen Wynental- und Suhrentalbahn WSB nach Aarau, mit Wohnsitz in Buchs. Er ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern. Heute ist er Freischaffender. Von 1990-1997 engagierte er sich in der Schulpflege und von 1998-2006 im Einwohnerrat. Seit 1989 ist er begeistertes Mitglied des Männerchors Buchs und ab 1998 deren Präsident. Seine Hobbys sind Kochen, Basteln und Musik.

Daniel Willi, EhrendirigentGeboren in Luzern, studierte er nach der Maturität an der Kantonsschule Aarau an der Universität Zürich Musikwissenschaft und Romanistik mit Lizentiatsabschluss bei den Professoren Ernst Liechtenhahn und Gaetano Berrutto. Diplome in den Fächern Klavier und Orgel erwarb er am Konservatorium Zürich bei Rita Kaegi und Erich Vollenwyder. Ein Nachdiplomstudium führte ihn nach Luzern wo er sich bei Albert Benz zum Dirigenten ausbildete.Seine breitgefächerten Tätigkeiten umfassen das Organistenamt der Kath. Kirche in Aarau, die Leitung der Musikschule Buchs sowie eine Lehrtätigkeit am Konservatorium Luzern. Publizistisch ist er für die Neue Zürcher Zeitung tätig. Als Dirigent betreut er nebst dem Männerchor Buchs auch die Musikgesellschaft Unterentfelden.

Dorfmuseum Buchs

Älteste, noch vorhandene, aber zerrissene Vereinsfahne

Vorder- & Rückseite der zweiten noch vorhandenen Vereinsfahne

Aktuelle Vereinsfahne; beidseitig gleich

Stand 10.7.2017

Unsere aktuelle Bekleidung bei Auftritten



MÄNNERCHOR BUCHS AG